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War Stups, der kleine Osterhase ein Dyspraktiker?

Ein Kinderlied, was nahezu jeder kennt ...

Das beliebte Kinderlied „Stups, der kleine Osterhase“ von Rolf Zuckowski aus dem Jahr 1981 erzählt die Geschichte eines kleinen, tollpatschigen Hasen, dem trotz aller guten Absichten ständig alles misslingt. Der Refrain fasst es treffend zusammen: „Stups, der kleine Osterhase, fällt andauernd auf die Nase. Ganz egal wohin er lief, immer ging ihm etwas schief.“ In diesem Artikel analysieren wir den Liedtext und stelle Parallelen zu Symptomen einer Dyspraxie bei Kindern her – einer neurologischen Entwicklungsstörung, die die Planung und Ausführung von Bewegungen erschwert. Ist Stups ein hasenhaftes Symbol für ein dyspraxie-ähnliches Verhalten? Der Liedtext beschreibt drei typische Missgeschicke von Stups

  • Ei im Schuh von Fräulein Meier: Stups versteckt Eier im Schuh einer Frau. Sie steigt hinein, spürt das Rührei und erkennt den Übeltäter. Hier zeigt sich ungeschickte Platzierung und mangelnde Vorhersehbarkeit der Konsequenzen.
  • Farbtopf-Unglück: Beim Wippen auf einem Stuhl kippt Stups einen Farbeimer über sich selbst. „Weil er das so lustig fand, plötzlich ging die Sache schief.“ Impulsives Verhalten führt zu einem Unfall durch fehlende Koordination.
  • Unter der Henne Tante Berta: Stups schlüpft unter die brütende Henne, um Eier zu holen, und wird selbst für ein Ei gehalten. Die Henne „fing gleich an ihn auszubrüten!“ Wieder eine Fehleinschätzung von Raum und Situation.
  • Zum Schluss gesteht der Vater: „Deine kleinen Abenteuer sind mir nicht mehr ganz geheuer“, worauf Stups erwidert: „Wie der Vater, so der Sohn.“ Es bleibt humorvoll – Stups ist liebenswert ungeschickt.

Dyspraxie bei Kindern: Typische Symptome

Dyspraxie bei Kindern und äußert sich oft u. a. in Problemen der Planung von Handlungen, Fein- und Grobmotorik. Betroffene Kinder wirken tollpatschig, obwohl sie intelligent sind. Häufige Symptome, die man bei Dyspraxie-Kindern wahrnimmt, sind:

  • Ungeschicktes Verhalten: Häufiges Umwerfen, Fallenlassen von Gegenständen oder Stolpern über eigene Füße.
  • Grob- und Feinmotorik-Störungen: Unsicherer Umgang mit Alltagsgegenständen, verzögerte Bewegungen beim Anziehen, Essen oder Basteln.
  • Raumwahrnehmung und Koordination: Schwierigkeiten bei der Einschätzung von Distanzen, Koordination von Armen und Beinen oder Nachahmung von Bewegungen.
  • Verlangsamte Handlungen: Mehr Zeit für Aufgaben, die andere flüssig meistern.
  • Soziale Missgeschicke: Unbeholfenheit führt zu peinlichen Situationen, was das Selbstwertgefühl mindert.

Kinder mit Dyspraxie meinen es oft gut,

scheitern aber an der Umsetzung – ähnlich wie Stups. Die Missgeschicke von Stups spiegeln dyspraxische Kernprobleme wider: Gute Intentionen, aber fehlende motorische Planung. Sein Vater deutet auf familiäre Häufung hin – Dyspraxie hat oft genetische Komponenten. Anders als bei realen Kindern endet Stups’ Story positiv, ohne Therapiebedarf.

Stups ist kein „echter“ Dyspraktiker – er ist eine Kinder-Figur. Doch der Text sensibilisiert spielerisch für Tollpatschigkeit, die bei Dyspraxie-Kindern Alltag ist. Solche Kinder brauchen Verständnis, Förderung (z. B. Ergotherapie) und keine Spöttelei. Das Lied eignet sich wunderbar, um mit Kindern über Neurodiversität zu sprechen: „Auch Osterhasen sind nicht perfekt!“