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Essen und Trinken

Hilfsmittel für Dyspraktiker beim Essen & Trinken

Kinder - aber auch Erwachsene mit Dyspraxie profitieren vor allem von stabilisierenden, gut greifbaren und mundmotorisch durchdachten Hilfsmitteln beim Essen und Trinken.

Nützliche Ess-Hilfsmittel

  • Löffel mit dickem, rutschfestem Griff, ggf. gebogen oder abgewinkelt, damit das Kind trotz eingeschränkter Koordination leichter zum Mund führen kann.
  • Leichtes Kinderbesteck mit Griffverdickungen oder Griffmanschetten (z.B. GripoFix), wenn der Griff unsicher ist oder die Hand schnell ermüdet.
  • Teller mit hohem Rand oder Konturteller, damit das Kind das Essen besser „aufladen“ kann und weniger vom Teller schiebt.
  • Teller mit Saugnapf oder Antirutsch-Unterlagen, damit Geschirr beim Schieben nicht wegrutscht.
  • Beikost‑/Ess-Sets, bei denen Teller, Becher und Löffel aufeinander abgestimmt sind und explizit für Kinder mit motorischen und sensorischen Herausforderungen entwickelt wurden.

Trink-Hilfsmittel

  • Spezielle Trinkbecher mit Aussparung (Cut-Out-Cups), damit das Kind den Kopf nicht überstrecken muss und ein sicheres Schluckmuster üben kann.
  • Leichte, gut greifbare Becher mit zwei Henkeln oder rutschfestem Material zur Stabilisierung der Hände.
  • Trinkhalme (ggf. mit Ventil oder in Trinkhalmflaschen) zum Training von Lippenkraft, Mundschluss und kontrolliertem Saugen, sofern aus logopädischer Sicht sinnvoll.
  • Trinkhalmhalter und Getränkehalter am Tisch, damit das Kind das Gefäß nicht ständig komplett halten muss.

Weitere Mundmotorik- und Sensorik-Unterstützung

  • Kau- und Beißhilfen (Kauketten, Beißaufsätze) zur Förderung von Kaukraft, Zungenkontrolle und oraler Wahrnehmung, die später das Essen erleichtern.
  • Texturierte Löffel oder Gabeln zur sensorischen Vorbereitung, damit das Kind unterschiedliche Konsistenzen besser akzeptiert.
  • Dysphagie-orientiertes Geschirr und Becher, wenn zusätzlich eine Schluckstörung besteht, immer in Absprache mit Logopädie/Ärztin

Zusätzliche Tipps für den Alltag

  • Sitzposition stabilisieren (Füße auf dem Boden oder Hocker, 90°-Winkel in Hüfte, Knie, Sprunggelenk), damit sich das Kind auf die Mundmotorik konzentrieren kann.
  • Kleine Portionen, klare Struktur auf dem Teller, ggf. ein Gang nach dem anderen, um Überforderung durch Koordination und Planung zu reduzieren.
  • Hilfsmittel gerne zusammen mit Ergo‑ oder Logopädin auswählen und im Alltag schrittweise einführen (erst im sicheren Rahmen üben, dann in Kita/Schule)